Strafe für LeoVegas

Das tut weh: 627.000 £ Strafe für LeoVegas wegen mangelhaftem Umgang mit verantwortungsvollem Glücksspiel

Rumms! Der an der Stockholmer Börse notierte Sportwetten- und Casinoanbieter LeoVegas erhielt von der UK Gambling Commission ein Strafgeld in Höhe von 627.000 Pfund. Zwar ist diese Summe im Vergleich zu den 8 Millionen Pfund, zu denen 888 vor einigen Wochen verdonnert wurde, schon fast Peanuts. Und auch die Sky Betting & Gaming-Gruppe mit Ihren 1 Millionen-Strafe von vor 2 Wochen ist für ähnliche Vergehen härter bestraft worden.

Aber die Signalwirkung, die die englische Glücksspielbehörde gibt, ist klar: Wer im Vereinigten Königreich Glücksspiel anbieten will, muss Spielerschutz – insbesondere bei Zockern mit einer Spielproblematik – gewährleisten.

Was hat sich LeoVegas zu Schulden kommen lassen?

Die Vorwürfe gegen den Glücksspielriesen haben es in sich. 11.200 Spieler, die sich selbstausgeschlossen hatten, bekamen ihr (mitunter wohl recht niedriges) Guthaben nicht automatisch zurück gezahlt. 1894 Problemspieler wurden zudem mit Werbemails beglückt. Das ist ein absolutes No-Go in Sachen Verantwortungsvolles Glücksspiel. Laut LeoVegas soll ein Softwarefehler hierfür verantwortlich sein. Richtig heftig ist aber die Tatsache, dass 413 Spieler, die zuvor einen Spielausschluss hatten, wieder zocken konnten, ohne dass die nach englischem Recht notwendige 24-stündige Cool-down-period oder ein Gespräch zwischen Casino und Spieler stattfand.

Ein weiterer interessanter Vorwurf stellen 41 Fälle von irreführenden Werbeanzeigen dar. In der Regel wurden diese jedoch nicht direkt von LeoVegas, sondern von sogenannten Affiliates, also Werbetreibenden, die für das Weiterleiten von Spielern Kommissionen erhalten, geschaltet. Übrigens findest du auch auf casinoFM Partnerlinks. Irreführende Werbung, falsche Angaben oder andere dubiose Webepraktiken gehören aber nicht dazu! Auf anderen Seiten ist dies jedoch leider nicht der Fall…wir gehen auf dieses Thema zum Beispiel in unserem Bericht zu Fake-Casinos ein.

Die Vorwürfe gegen LeoVegas

Die Kommission kritisierte LeoVegas im Detail für die langsame Aufarbeitung von Marketing-Fehlern und die laxe Kontrolle der Affiliates. Insbesondere die Hinhaltetaktik von LeoVegas sowie gebrochene Zusagen kamen bei den Prüfern gar nicht gut an.

Neil McArthur, der Geschäftsführer der Gambling Commision sagte hierzu:

„Der Ausgang dieses Verfahrens sollte niemanden mehr zweifeln lassen, dass wir mit Lizenzinhabern, die Verbraucher irreführen oder Standards nicht erfüllen, die wir in unseren Lizenzbedingungen und Verhaltenskodizes festgelegt haben, hat umgehen werden. Wir möchten, dass die Anbieter Lehren aus unseren Untersuchungen ziehen und diese Lehren nutzen, um die Standards zukünftig zu erhöhen.“

Viele der Selbstausschlussprobleme folgten einem Softwarefehler vom April 2016, teilte die UK Gambling Commision zudem mit.

Jedoch wurde auch festgestellt, dass LeoVegas mittlerweile Verfahren eingeführt hat, die innerhalb von 48 Stunden, nachdem ein Spieler in das Selbstausschlussregister aufgenommen wurde, Bargeld, das auf selbstausgeschlossenen Konten zurückgeblieben ist, an den Spieler zurückgibt. Geld, das nicht zurückgegeben werden kann, wird für soziale Zwecke gespendet. Wahrscheinlich führte dies zu einer im Vergleich zu 888, BGO oder Sky Betting & Gaming doch deutlich milderen Strafe.

Und was hat das alles mit uns Spielern aus Deutschland zu tun?

Schon klar, Casinospieler auf der Insel haben es besser. Leider gelten viele spielerfreundliche Regelungen nicht für uns Zocker vom Festland. Allerdings sehen wir als Casinoprofis dennoch zwei positive Folgen dieser Entwicklung:

  1. Die Regelungen und Standards der britischen Glücksspielbehörde hatten sehr häufig eine Vorbildfunktion für andere Länder. Gerade Malta (und die meisten von uns bespielten Casinos laufen nun mal über eine maltesische MGA-Lizenz) zieht hier sicherlich nach.
  2. Die Entscheidung könnte auch mit Wohlwollen in Deutschland – Stickwort ausstehende Lizenzierung der Online Casinos – aufgenommen werden.
  3. Weniger irreführende Casino-Werbung: LeoVegas stimmte auch zu, die Anzahl der Affiliates zu begrenzen, bestehende Werbepartner stärker zu kontrollieren und zukünftig nicht mehr Neukunden mit E-Mails oder SMS zu werben. Interessanter Weise sind hier zum Beispiel die Casinos der Kindred-Gruppe gleich nachgezogen. Derzeit tummeln sich leider viele schwarze Schafe im Bereich der Casinowerbung. Wenn diese aus dem Markt gedrängt werden, gibt es eventuell die berechtigte Hoffnung, dass insgesamt die Reputation von seriösen Online Casinos steigt.

Sollte man aufgrund der Strafe derzeit überhaupt bei Leovegas spielen?

Die Verstöße datieren aus dem Jahr 2016 und 2017 und sind mittlerweile korrekt gelöst. LeoVegas ist insbesondere in Sachen Transparenz ein gutes Unternehmen. Natürlich spielt hier auch die Tatsache, dass LeoVegas an der Börse notiert ist, mit rein.

Wir zocken darum auch weiterhin bei den „Löwen“.

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